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Über das Freilichtmuseum

Vor 33 Jahren gegründet, vor 50 Jahren entdeckt, vor 4.000 Jahren besiedelt.

1969 wurden erstmals Erdarbeiten im Uferbereich der Jeetzel (einem Nebenfluss der Elbe) vorgenommen. Keiner konnte ahnen, auf welche Überraschungen man sich da allmählich zubaggerte – bis die ersten Keramikscherben und Erdverfärbungen zutage traten. Sie erlaubten keine Zweifel: vor Tausenden von Jahren hatten hier bereits Menschen gelebt.

Mit Spaten und Kelle

Von der Ausgrabung ...

Die ersten archäologischen Ausgrabungen bestätigten die Vermutungen. Man hatte einen mehr als 3.000 Jahre alten Hausgrundriss entdeckt – ein für Norddeutschland seinerzeit Aufsehen erregender Fund. Mit der großflächigen Untersuchung musste jedoch noch eine Weile gewartet werden. 1987 wurden insgesamt 16 ha südlich der Stadt Hitzacker (Elbe) unter Grabungsschutz gestellt. So konnte die durch den Ausbau der Bundesstraße und die Einrichtung des Hitzacker-Sees drohende Zerstörung des Fundplatzes gerade noch verhindert werden. Zugleich war damit der Weg für die Durchführung großflächiger archäologischer Ausgrabungen geebnet.

… zum Museum

Die in den nächsten Jahren folgende Entdeckung mehrerer großer Hausgrundrisse und zahlreicher archäologischer Funde zeigte, dass das Gelände bereits seit 4.000 Jahren von Menschen genutzt worden war. Dieses Ergebnis war überraschend und inspirierte uns zu einer ungewöhnlichen Idee. 1990 fiel der Startschuss für das Freilichtmuseum Archäologisches Zentrum Hitzacker.

Von der Siedlung …

Die ersten Besiedlungsspuren lassen sich in das Ende der Jungsteinzeit (Endneolithikum) datieren (ca. 2.200 vor Christus). Der Schwerpunkt der Besiedlung liegt aber in der darauffolgenden Periode, der Bronzezeit (ca. 2.000 – 700 vor Christus). Zum Beginn der Eisenzeit bricht die Siedlungsgeschichte auf diesem Platz ab. Erst die Slawen suchten diesen Bereich ab ca. 9. Jahrhundert nach Christus erneut auf wobei sich der Siedlungsbereich bereits in hochmittelalterlicher Zeit in Richtung heutiger Stadtinsel verlagerte.

… in die Bronzezeit

Die Ergebnisse der archäologischen Ausgrabungen zeigen, dass der Schwerpunkt der Siedlungsgeschichte in der Bronzezeit liegt. Zu Beginn des 2. Jahrtausend vor Christus erobert dies völlig neuartige Material die damals bekannte Welt. Bronze: erhitzbar, formbar und wiederverwendbar. Das Besondere daran ist, dass Bronze nicht natürlich abgebaut werden kann, sondern aus dem Zusammenschmelzen (Legierung) zweier Rohstoffe – Kupfer und Zinn – entsteht.

Diese bahnbrechende Erfindung stammt aus Mesopotamien. Gegen 2.000 vor Christus findet sie ihren Weg bis ins heutige Niedersachsen. In Hitzacker (Elbe) lernen die Siedler, die bereits seit der Jungsteinzeit hier lebten, das neue Metall schnell zu schätzen. Die Siedlung boomte. Über 1.300 Jahre florierte das Leben an der Elbe – einem wichtigen Fernhandelsweg.

Tagen oder Feiern im Langhaus

Ob Jubiläum, Geburtstag oder Betriebsausfest – in unseren gemütlichen Langhäusern können Sie mit bis zu 100 Gästen feiern. Catering, Musik und Tanz – alles ist möglich. Wir beraten Sie gerne.

Ausstellungen

Das Freilichtmuseum verfügt über eine Ausstellung auf dem Gelände und eine Dauerausstellung im Langhaus I. Im Gelände bilden drei begehbare lebensgroße Modelle bronzezeitlicher Langhäuser den Kern der Präsentation. Begleitet werden sie von weiteren Gebäuden und vielen Stationen zu Handwerk, Technik und Umwelt. In der Dauerausstellung sind Originale aus den archäologischen Ausgrabungen zu sehen, die die Fertigkeiten und Fähigkeiten der vorgeschichtlichen Menschen belegen.

Forschung

Bronzezeit zum Anfassen

Um die für Laien schwer erkennbaren Hausgrundrisse der vorgeschichtlichen Siedlung erlebbar zu machen haben wir mit Hilfe der Experimentellen Archäologie, Handwerkern, Statikern und Architekten drei Langhäuser als begehbare lebensgroße Modelle wiederaufgebaut. Das gesamte Gelände wurde mit für die Bronzezeit nachgewiesenen Gehölzen und Pflanzen der Bronzezeit begrünt.

Leitbild

Das Archäologische Zentrum Hitzacker ist eine zentrale kulturelle Institution im Landkreis Lüchow-Dannenberg mit überregionaler Strahlkraft in Trägerschaft der Stadt Hitzacker (Elbe). Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht die Vermittlung der kulturgeschichtlichen Entwicklung des Menschen und seiner Umwelt vom Ende der Jungsteinzeit bis zum Beginn der Eisenzeit, auf der Basis der archäologischen Ausgrabungen „Hitzacker-See“ und im Kontext der Forschungsergebnisse Süd-Ost und Nord-West Europas.

Wir verstehen uns als generationsübergreifender Bildungsort und „Außerschulischer Lernort“, Dienstleister und Partner aktueller, wie zukünftiger kultureller, wissenschaftlicher, sozialer und wirtschaftlicher Projekte. Wir arbeiten überregional vernetzt und kooperativ. Professionalität und Wirtschaftlichkeit sind die Maximen unserer Arbeit in folgenden Handlungsfeldern:

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1. April — 31. Oktober
täglich 10:00 — 17:00 Uhr